Wettbewerb
Wohnungsbau WPG im Alanbrooke Quartier in Paderborn

STANDORT | Paderborn (NRW)
Auslober | Wohnungsbau WPG
Wettbewerbsteilnehmer | ARGE
HJA Händel Junghans Architekten
mit N-V-O Architekten München
und Lynen Dittmar Landschaftsarchitekten
Wettbewerbsart | nicht offener Realisierungswettbewerb
BGF | ca. 16.000 qm
Planung | 2020
Fachplaner und Co | Modell: Horn Modellbau
Visualisierungen: Expressiv GmbH


Aufgabe:

Die städtische Wohnungsgesellschaft Paderborn mbH (WGP), lobt in ihrem Wettbewerb den Neubau von ca. 280 Wohnungen (davon mindestens 240 öffentlich gefördert) auf dem ehemaligen Kasernengelände aus.
Grundlage hierfür ist die vom Büro ARQ Architekten Rintz und Quack GmbH (Berlin) erstellte Rahmenplanung, als Ergebnis des im Jahr 2016 durchgeführten städtebaulich-freiraumplanerischen Wettbewerbs.

Vorgesehen ist der (öffentlich geförderte) Wohnungsbau auf insgesamt sechs Baufeldern, die sich auf drei Teilräume des Areals verteilen. Exemplarisch wurden im Rahmen des Wettbewerbes nur die Baufelder 12, 13 und 14 beplant. Es galt die Berücksichtigung des sich in Aufstellung befindenden Bebauungsplans sowie der strikten Vorgaben des Gestaltungshandbuches, das eine homogene Gestaltung des Quartiers sicherstellen soll.


Entwurf:

Das Alanbrooke Quartier versteht sich als lebendiges, urbanes Quartier mit hoher Eigenständigkeit und Alleinstellungsmerkmal. Durch die Festsetzung der Kubaturen sieht der vorliegende Entwurf das Potenzial einer identitätsstiftenden Gestaltung innerhalb der Fassaden- und Freiraumgestaltung.

Die drei zu beplanenden Baufelder werden als eigenes Quartier innerhalb des Alanbrooke Quartiers gewertet, das sich die unterschiedlichen Bebauungstypologie zu Nutze macht und zwischen öffentlichen, halböffentlichen und privaten Räumen als Gestaltungsansatz differenziert.

Die Allmende als halböffentlicher Freiraum in Ost-West-Ausrichtung ermöglicht die räumliche Trennung von Baufeld 12 und Baufeld 13+14 bei einhergehendem Angebot einer gemeinschaftlichen Freifläche der drei Grundstücke. Im Kontrast zur Durchlässigkeit der Punkthäuser auf Baufeld 12 bilden die Geschosswohnungsbauten auf Baufeld 13 und 14 durch ihre klaren Raumkanten einen eigenen, privaten Innenhof aus.

Im Sinne des Leitsatzes der Fassadenanforderungen „Einheit in der Vielfalt“ werden sämtliche straßenseitigen Fassaden („Schauseiten“) mit Ausrichtung zum (öffentlichen) Straßenraum sowie zur (halböffentlichen) Allmende homogen und zeitlos gestaltet. Freisitze werden in Form von Loggien aus den Baukörpern subtrahiert, die Farbigkeit differenziert sich zwischen BF 12 und 13/14 innerhalb der vorgegebenen Graunuancen der Keimfarben und erzielt eine angemessen repräsentative und einheitliche Integration der Baukörper in das gesamte Quartier. Akzente werden durch die Farbigkeit der Sonnenschutzelemente, analog zur Farbigkeit der Hofseiten, gesetzt. Der Identitätsstiftende Charakter der Baufelder erfolgt durch die Inszenierung der rückgewandten Fassadenseiten zu den privaten Innenhöfen. Die expressive Formensprache der additiven Balkongeometrien und die Farbigkeit des vertikalen Strukturputzes schaffen einen deutlichen Kontrast zu den Straßenseiten. Entsprechend der Unterscheidung von privaten und öffentlichen Freiräumen erfolgt die Erschließung der Häuser aus den privaten Innenhöfen hinaus.