Wettbewerb
Stückgut
Gelände
Pasing

STANDORT | Stückgutgelände München Pasing
Auftraggeber | GWG München
Auftragnehmer | HJA Händel Junghans Architekten mit Rolf Lynen Landschaftsarchitekt
BGF | 32.000 qm
Planung | 2013
Profil | Wettbewerb

Städtebau

Den Besonderheiten des Gebietes mit der Bahn im Norden und dem Park im Süden ist zentrales Thema des Entwurfes. Die Schallschutzbebauung bildet das Rückrat für die abnehemende Dichte Richtung  Promenade und  Grünfläche. Im Innern des Gebietes werden großzügige ruhige Wohnhöfe vorgesehen, deren Maßstäblichkeit sich in den Fugen der NUP wiederfindet. Um diese ruhige Gestaltung zu erreichen werden zunächst die Funktionen entzerrt. Die Kitas werden jeweils in einem Finger mit Westorientierten Freiflächen untergerbracht, der Vollanschluss der TG erfolgt über die Offenbachstraße, ein optionaler Teilanschluss wird am Ende des Baukörpers im Osten vorgesehen.

Fassade

Die Fassade nach Norden wird in der Gesamtheit von der Bahn wahrgenommen. Ihre Haltung ist verwandt zu den angrenzenden Pasing Arkaden, die Ausformulierung und Materialität verweist jedoch auf klassische städtische Themen: Putz, Sockel, Fenster, Hofdurchfahrten. Um den monolithischen Charakter zu unterstützen sitzen die Fenster nahezu bündig in der Fassade. Sie werden mit farbig angelegten Folien (teils transparent, teils von aussen opak) versehen. Aus dem geschossübergreifenden Muster werden vereinzelt Fenster weggelassen, es wird soe eine übergeordnete Fassadentextur erreicht. Zu den Hofseiten öffnet sich der Baukörper mit einer 5-geschossigen geschwungenen Balkonanlage zu den Höfen.

Wohnungen / Schallschutz

Auf die Anforderungen des Schallschutzes wird durch die Grundrissorientierung Rechung getragen. Nebenräume orientieren sich nach Norden, an den Enden der Treppenhäusern ergeben sich durchgesteckte Grundrißtypen, die sich mit den Nebenräumen, aber auch mit Küche und Essplatz zu den weitem Gleißkörper öffnen. Durch die durchgesteckte Situierung ist hierbei eine schallunabhängige Lüftung immer gegeben.  Im obersten Geschoss erhalten die Wohnungen Loggien, hier kommt der Schallschutz gegenüber der Landsbergerstraße zum Tragen.

Kopfbau

Sowohl der Erhalt als auch der Neubau hat Vorteile. Für den Erhalt spricht die Bauzeit, der Bestand wird ähnlich einer Spolie in den Städtebau einbezogen. Allerdings muss für eine sinnvolle Nutzung die Decke zwischen UG und EG rückgebaut werden, und an das Promenadenniveau angepasst werden. Im Falle Neubau sind die Flächen effizienter zu organisieren, vor allem sind aufgrund der anderen Höhenentwicklung Geschossflächenzuwächse zu erwarten.

Freianlagen

Aus der orthogonalen städtebaulichen Struktur leitet sich das Grundgerüst für die Gestaltung der Freianlagen ab.

Zusätzlich zu den Nord-Süd-ausgerichteten Querverbindungen zur Durchquerung des Gebietes wird durch eine Längsachse in Ost-West-Richtung einerseits eine Verbindung zwischen den Hofbereichen und andererseits eine Zäsur zwischen den privaten Wohnungsgärten und den halböffentlichen Gemeinschaftsflächen geschaffen. Endpunkte der Längsachse bildet der Nachbarschaftstreff an der großen Platzfläche.

Die Promenade wird bestimmt durch ein langgestrecktes Baumdach aus Platanen, das sich  im Bereich der nach Süden orientierten Baukörper öffnet und die Zugangsbereiche betont.

Die Promenade bietet großzügig Raum für Aufenthalt und Begegnung sowie Platz für die übergeordnete Fuß-und Radwegeverbindung zum Pasinger Bahnhof. Ein Spielband im Süden der Promenade bietet Spiel- und Aktionsangebote für Kinder und Jugendliche.

Ein langgestrecktes Blütenband mit vorgelagerter Sitzbank begleitet die  Promenade  und bringt eine Trennung zu den gemeinschaftlich genutzten Flächen im Norden. Zusätzlich fungiert das Band als Versickerungsfläche für das anfallende Dachwasser im Quartier.

Im Bereich des Bestandsbaus an der Offenbacher Straße, der als  Cafe eine neue Nutzung erhält, erstreckt sich eine großzügig offene Platzfläche, die im Osten zur Freifläche der KITA durch einen Nebengebäuderiegel mit vorgelagerter Pergola gefasst wird.

Die Stufen, die dem Bestandsbau vorgelagert sind definieren eine  Cafe-Terrasse für Gastronomienutzung und  bilden den Übergang zur Platzfläche. Hier bietet der Platz Möglichkeit  als Treffpunkt für das Quartier oder als Marktfläche.

Die Freiflächen zwischen den Baukörpern werden im Bereich der KITAS als Freispielfläche für die Kinder genutzt. Die Freibereich westlich bzw. östlich der Punktbauten bieten Platz für das Gemeinschaftsgrün für Jung und Alt. Für Kinder von 0-6 Jahren bietet das Spielband an der Längsachse des Quartiers Raum zum Spielen mit Blickbeziehung zum nördlichen Wohnungsriegel. Entlang der gut zu erreichenden Querverbindungen finden sich Rückzugsbereiche für Senioren geschützt durch Hecken mit Spieltischen und Hochbeeten als sinnanregendes Angebot .

Die offene Spielwiese mit Blütenbäumen in lockerer Gruppierung bietet Platz für Ballspiel und Picknick als Ort für die Begegnung der unterschiedlichen Nutzergruppen.